Jutta lädt uns zum
37. Blog-Event ein in unseren kulinarischen Erinnerungen zu kramen.
Achtung es wird wirklich sentimental. ;-)
Heute wäre der 61. Geburtstag meiner Mutter. Eine gute Gelegenheit in Erinnerungen zu schwelgen. Meine Mutter war das beste Mami der Welt, mehr Freundin als Mutter. Klar musste sie in bestimmten Momenten die Mutterkarte ziehen und mir den Weg weisen, aber selten da ich ja meist brav war. ;-) Sie war erfolgreich im Beruf hat mich aber nicht vernachlässigt. Ich frage mich heute oft, wie sie das alles geschafft hat als geschiedene Frau. Sie war eine richtige Powerfrau.
Unsere Ferien zu zweit waren immer schön! Als ich noch klein war verbrachten wir meist ein paar Tage im Tessin. Locarno war unsere Lieblingsstadt. Dort gingen wir mindestens einmal ins Grotto des vornehmen
Grand Hotel. Ich war sehr beeindruckt und benahm mich vornehmlich. Ich kann mich erinnern, dass ich immer die köstlichen Ravioli alla Panna bestellte.
Später zog es uns weiter in den Süden, zum Teutonengrill, meist in der Vorsaison. Damals war's noch keine solche Abzocke wie heute. Wir zwei Blondinen fielen natürlich auf. Von den Papagalli wurden wir für Schwestern gehalten. Einmal bekamen wir in einem Ristorante die schwedische Menükarte vorgesetzt, was wohl an den Haaren und unserer komischen Sprache lag. Wir flüchteten natürlich sofort. Irgendwann haben uns Einheimische das Hinterland der Emilia Romagna ans Herz gelegt und uns ein Restaurant-Geheimtipp verraten. Wunderschön! Dort haben wir dann auch das erste mal Piadina mit Rucola gegessen.
Piadina ist ein dünner Teigfladen, der mürbe, aber weich und nicht brüchig ist. In der Romagna war dies lange das tägliche Brot der Bauern, deren Frauen es auf einer Terrakottaplatte - dem Testo - über Kohlenglut backten.
Als Erinnerung an diese Zeit und an mein Mami habe ich Piadina selbst gemacht. Aus Ermangelung an einem Testo in einer normalen beschichteten Pfanne. Lecker sind die Piadina geworden, fast so gut wie ich sie in Erinnerung habe.
Piadina
ergibt 4 Stück

200 g Mehl
3 EL Olivenöl *
2 EL Milch
1 gestrichener TL Salz
1/4 TL Natron
ca. 75 g lauwarmes Wasser
Alle Zutaten zu einem weichen Teig kneten. In Klarsichtfolie einpacken und 1-2 Stunden ruhen lassen. Teig in 4 Stücke teilen, dünn auswallen. Pfanne erhitzen. Teigfladen einer nach dem anderen darin 3 bis 4 Minuten backen. Die Oberfläche der Fladen soll dunkel Flecken haben, aber nicht schwarze. ;-) Allfällige Luftblasen die beim Braten entstehen sofort mit einer Gabel aufstechen.
Piadina vierteln oder aber ganz lassen und nach Belieben mit Schinken, Ruccola, Mozzarella etc. füllen.
*Original werden Piadina mit Schmalz gemacht, da ich gerade keins hatte, habe ich Olvienöl genommen. Ich kann mir vorstellen, dass das Schweineschmalz der Piadina
den Geschmack gibt.
Alles Liebe zum Geburtstag, liebes Mami. Ich denke oft an dich und du fehlst mir sehr.
Zorra - Mittwoch, 13. August 2008, 10:34 - Rubrik:
gekocht
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